Das Bild zeigt rechts ein Trichterglas mit blauer Flüssigkeit und Glasstab zum Umrühren. Daneben steht ein Reagenzglasständer mit Reagenzgläsern, die ebenfalls blaue Flüssigkeit enthalten. Im Hintergrund ist ein Forscher zu sehen, der in der rechten Hand eine Pipette hält.

Wintersemester 2010/11

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Anmeldung bitte bis 5. Oktober 2010

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Literatur

Johann S. Ach, Christa Runtenberg
Bioethik: Disziplin und Diskurs: Zur Selbstaufklärung angewandter Ethik (Kultur der Medizin), Campus Verlag (2003), ISBN 3593371278

Urban Wiesing, Alfred Simon, Dietrich von Engelhardt (Hrsg.)
Ethik in der medizinischen Forschung (Jahrbuch für Medizinethik 13), Schattauer, F.K. Verlag (2000), ISBN 3794520874

Lehrveranstaltungen auf dem Campus Charité Mitte im Wintersemester 2010/11

im Überblick:


Science meets Ethics: "Ethical Review" durch Ethikkommissionen?

Hauptseminar

Institutionen, die lebenswissenschaftliche Forschung am Menschen oder mit Spendermaterial betreiben, setzen zur Legitimitätsprüfung "Ethikkommissionen" ein, die das jeweilige Projekt einer "ethischen Begutachtung" (ethical review) unterziehen. Insbesondere für die klinische Prüfung zur Zulassung von Arzneimitteln ist ein solches Verfahren gesetzlich vorgeschrieben. Zunehmend treten zu Fragen des Persönlichkeitsrechts ("informed consent") auch solche des Eigentumsrechts ("benefit sharing"). Hierbei entstehen vielfältige Probleme der kommunikativen Praxis, sowohl in der fachlichen Abwägung als auch inter- und transdisziplinär im Verständnis der Gewichtung von Abwägungsprioritäten.
Was kann vor diesem Hintergrund eine für alle Beteiligten sinnvolle ethische Begutachtung sein?
Die konkrete Zusammensetzung, Zielsetzung und Arbeitsweise der Kommissionen kann sich unterschiedlich gestalten; sie ist von gesetzlichen Vorgaben auf Landes-, Bundes- oder internationaler (EU) Ebene betroffen, sowie von standesrechtlichen oder institutionellen Vorgaben. Zunehmend entwickeln sich Ethikkommissionen zu Steuerungsinstrumenten des "ethical governance".
Bei der Gestaltung ethischer Begutachtungsmodelle können individuelle Spielräume genutzt werden, um das Verfahren zu optimieren. Pragmatische, rechtliche und ethische Gesichtspunkte geraten hierbei nicht selten in eine Spannung mit technisch-administrativer Faktoren.
Diese Veranstaltung interpretiert ethische Begutachtung als Prozess im kommunikativen Raum, an der Schnittstelle zwischen Recht, Medizin, Naturwissenschaften, Ethik, Politik und Gesellschaft. Hier treffen Fach- und Alltagssprachen ebenso aufeinander wie Kulturen – das Gelingen von Kommunikation hängt von Kompetenzen der Interpretation, Translation, Empathie und Lernfähigkeit im ethischen Begutachtungswesen ab.
Dieses Seminar bietet einen Diskussionsrahmen zwischen den beteiligten Perspektiven. Es dient der Begriffs- und Strukturklärung, dem Austausch von praktischen Erfahrungen und dem besseren Verstehen zwischen den Positionen. Angestrebt wird die gemeinsame schrittweise Suche nach Ansätzen für ein ebenso sachgerechtes wie befriedigendes und vertrauensbasiertes System ethischer Begutachtung.
Neben den Leitkonzepten, Institutionen und prozeduralen Aspekten der Medizinethik werden auch grundsätzliche Fragen nach der Aufgabe der Medizin, nach der Bedeutung ethischer Kompetenz und der besonderen Rolle der Kommunikation als Elemente einer ethisch kultivierten Medizin angesprochen.

Die Veranstaltung wendet sich sowohl an Studierende als auch an fortgeschrittene bzw. praktizierende Ethiker, Philosophen, Juristen, Mediziner, Lebenswissenschaftler und ist zweistufig strukturiert: (1) Das Seminar begleitet 3 Workshops, in denen anhand von konkreten Erfahrungen, Fällen und Projektplanungen primär die Interessen und Sichtweisen von Medizinern diskutiert werden. (2) Das Seminar bereitet diese Workshops vor- und nach: Vorklärung der Thematik aus ethischer Sicht, Zusammenfassung der aktuellen Fachdiskussion, Auswertung und Schlussfolgerungen nach der Sitzung. Auswärtige Fachreferenten werden nach Möglichkeit hinzugezogen.

Aktive Mitarbeit und besonderes Engagement, einschließlich der Übernahme eines Referates sowie eines Protokolls, wird erwartet.


Das Seminar findet in Kooperation mit PD Dr. Thomas Häupl (Charité-Rheumatologie) statt.

Termine


Dienstag, 12. Oktober 2010, 14:15 - 15:45 Uhr

Dienstag, 26. Oktober 2010, 14:15 - 15:45 Uhr

Dienstag, 09. November 2010, 14:15 - 15:45 Uhr

Dienstag, 16. November 2010, 14:15 - 15:45 Uhr  *

Dienstag, 07. Dezember 2010, 14:15 - 15:45 Uhr  *

Dienstag, 21. Dezember 2010, 14:15 - 15:45 Uhr

Dienstag, 18. Januar 2011, 14:15 - 15:45 Uhr       *

*  das Seminar findet im erweiterten Kreis mit Klinikern und Lebenswissenschaftlern der Charité als Workshop statt. Der Raum hierfür wird noch bekannt gegeben.

Zusätzlich wird ein ganztägiges Kolloquium für praktische Übungen und vertiefende Arbeiten abgehalten. Der Termin wird mit den Teilnehmern abgestimmt.